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ANALYSIS 9 min Lesezeit

Die 16 Ebola-Ausbrüche der DRK: Eine vollständige Geschichte (1976–2026)

Die Demokratische Republik Kongo hat mehr Ebola-Ausbrüche erlebt als jedes andere Land. Dieser Artikel dokumentiert alle 16 DRK-Ausbrüche von Yambuku 1976 bis zum aktiven Ausbruch 2026.

By EbolaMap Editorial ·
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Warum die DRK mehr Ebola-Ausbrüche hat als jedes andere Land

Die Demokratische Republik Kongo steht im Zentrum der Ebola-Bedrohung. Seit das Virus 1976 in der DRK (damals Zaire) erstmals identifiziert wurde, hat das Land 16 bestätigte Ausbrüche verzeichnet — mehr als jede andere Nation.

Mehrere Faktoren machen die DRK besonders gefährdet:

  • Dichter Regenwald mit Fledermauskolonien als wahrscheinlichem Reservoir
  • Bushmeat-Jagd: enger Kontakt zwischen Menschen und Wildtieren
  • Schwache Gesundheitssysteme: begrenzte Diagnosekapazität, unterfinanzierte Krankenhäuser
  • Geographie: abgelegene Waldgemeinschaften
  • Konflikte: anhaltender Bürgerkrieg in Ost-DRK

Die 16 DRK-Ausbrüche

1. Yambuku, 1976

Fälle: 318 | Todesfälle: 280 | CFR: 88 %

Der weltweit erste dokumentierte Ebola-Ausbruch. Dramatisch verstärkt durch die Wiederverwendung kontaminierter Spritzen im Yambuku-Missionskrankenhaus. Das Virus wurde nach dem Ebola-Fluss benannt.

2. Tandala, 1977

Fälle: 1 | Todesfälle: 1 | CFR: 100 %

3. Kikwit, 1995

Fälle: 315 | Todesfälle: 254 | CFR: 81 %

Landmark-Ereignis: Erstmals internationale Medienaufmerksamkeit für Ebola. Führte zur Einführung moderner Schutzpflege-Protokolle.

4. Équateur/Gabon-Grenze, 1996

Fälle: 31 | Todesfälle: 21 | CFR: 68 %

5. Équateur, 2001–2002

Fälle: 57 | Todesfälle: 43 | CFR: 75 %

6. Kasai Occidental, 2007

Fälle: 264 | Todesfälle: 187 | CFR: 71 %

7. Kasai Occidental, 2008–2009

Fälle: 32 | Todesfälle: 15 | CFR: 47 %

8. Orientale Province, 2012

Fälle: 77 | Todesfälle: 36 | CFR: 47 %

Verursacht durch Bundibugyo-Ebolavirus — erst der zweite Ausbruch dieser Art.

9. Équateur, 2014

Fälle: 69 | Todesfälle: 49 | CFR: 71 %

Gleichzeitig mit der Westafrika-Epidemie — von der DRK eigenständig eingedämmt.

10. Bikoro / Équateur, 2018

Fälle: 54 | Todesfälle: 33 | CFR: 61 %

Erster großskaliger Einsatz der rVSV-ZEBOV-Ringimpfung. Über 3.000 Kontakte geimpft.

11. Nord-Kivu / Ituri, 2018–2020

Fälle: 3.481 | Todesfälle: 2.299 | CFR: 66 %

Größter Ausbruch in der DRK-Geschichte. Erster Ebola-Ausbruch in einer aktiven Konfliktzone. WHO erklärte PHEIC im Juli 2019.

12. Équateur, 2020

Fälle: 130 | Todesfälle: 55 | CFR: 42 %

Gleichzeitig mit dem auslaufenden Kivu-Ausbruch — zwei Ausbrüche zur gleichen Zeit.

13. Nord-Kivu / Butembo, 2021

Fälle: 12 | Todesfälle: 6 | CFR: 50 %

Genomsequenzierung zeigte: genetisch identisch mit dem Kivu-2018-Stamm — aus einem Langzeitüberlebenden.

14. Maniema, 2022

Fälle: 6 | Todesfälle: 4 | CFR: 67 %

15. Nord-Kivu, 2022

Fälle: 6 | Todesfälle: 5 | CFR: 83 %

16. Süd-Kivu, 2024

Fälle: 9 | Todesfälle: 6 | CFR: 67 %

17. Nord-Kivu, 2026 (AKTIV)

Fälle: 47+ | Todesfälle: 31+ | CFR: ~66 %

Muster und Lehren

  • Fast alle DRK-Ausbrüche sind Zaire-Stamm (eine Ausnahme: Bundibugyo 2012)
  • Die CFR hat sich dramatisch verbessert: von 88 % (1976) auf 42 % (2020)
  • Die Ausbruchshäufigkeit scheint zuzunehmen — nachhaltige Investitionen in das Gesundheitssystem sind entscheidend

Quellen: WHO DRK-Ausbruchsdaten 1976–2026; CDC Ebola-Ausbruchsregister; INRB Kinshasa.