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Ebola vs. Marburg: Vergleich zweier tödlicher Filoviren

Ebola und Marburg sind beides Filoviren mit ähnlichen Symptomen und Sterblichkeitsraten, unterscheiden sich aber in Wirtsreservoirs, geografischer Verbreitung und verfügbaren Gegenmaßnahmen erheblich.

By EbolaMap Editorial ·
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Zwei Viren, eine Familie

Ebola und Marburg gehören beide zur Familie Filoviridae — fadenförmige RNA-Viren, die beim Menschen schwere hämorrhagische Fieber verursachen. Obwohl sie verwandt sind, haben sie unterschiedliche Wirtsreservoirs, geografische Verbreitungen und medizinische Gegenmaßnahmen.

Gemeinsamkeiten

Beide Viren teilen:

  • Ähnliche klinische Präsentation: Hohes Fieber, Schwäche, Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Blutungen in späten Stadien
  • Hohe Sterblichkeitsraten: 24–90% je nach Ausbruch und verfügbarer medizinischer Versorgung
  • Übertragungsweg: Direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Tiere
  • Inkubationszeit: 2–21 Tage (Ebola), 2–21 Tage (Marburg)
  • Keine Übertragung über die Luft: Beide übertragen sich nicht durch Atemluft

Wesentliche Unterschiede

Wirtsreservoirs

  • Ebola: Flughunde der Gattung Pteropus und andere Fruchtfledermäuse (wahrscheinlich, nicht endgültig bewiesen für alle Stämme)
  • Marburg: Ägyptische Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus) — gut etabliert als primäres Reservoir

Geografische Verbreitung

  • Ebola: Hauptsächlich Zentral- und Westafrika; Ausbrüche in DRC, Uganda, Sierra Leone, Guinea, Liberia
  • Marburg: Hauptsächlich Ostafrika; Ausbrüche in Angola, DRC, Kenia, Uganda, Äthiopien, Ruanda, Äquatorialguinea

Verfügbare Gegenmaßnahmen

  • Ebola: rVSV-ZEBOV-Impfstoff (zugelassen für Zaire-Stamm); Therapeutika Inmazeb und Ebanga
  • Marburg: Kein zugelassener Impfstoff; keine zugelassenen Therapeutika — experimentelle Kandidaten in der Entwicklung

Überlebensdauer außerhalb des Körpers

Ähnlich kurz, aber Marburg scheint unter bestimmten Bedingungen etwas länger stabil zu sein.

Ausbruchshistorie im Vergleich

Ebola (seit 1976):

  • 30 Ausbrüche, der verheerendste 2014–2016 in Westafrika (>11.000 Tote)

Marburg (seit 1967):

  • Erstes Auftreten: Frankfurt/Marburg, Deutschland — Laborarbeiter, die mit importierten ugandischen Affen arbeiteten
  • Größter Ausbruch: 2004–2005 Angola (374 Fälle, 88% Sterblichkeit)
  • Jüngste Ausbrüche: 2023 Äquatorialguinea, 2023 Ruanda

Besorgnis für 2026

Der Ausbruch von Bundibugyo Ebola-Virus (BDBV) im Jahr 2026 hat Bereitschaft-Überlegungen für Marburg erneut in den Vordergrund gerückt:

  • Keine zugelassenen Gegenmaßnahmen für Marburg
  • Ähnliche geografische Risikoregionen (Ost-/Zentralafrika)
  • Gemeinsame Fledermaus-Populationen in bestimmten Regionen

Quellen: WHO Marburg-Krankheit Fact Sheet; Filoviridae: Genomic Characterization (ICTV); CDC Marburg Hemorrhagic Fever.